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Pressemitteilung:

Wiesbaden, 11. Januar 2018

Genitalverstümmelung - Thema verdient mehr Aufmerksamkeit

Landesregierung verweist nur auf bisherige Angebote
Gesundheitspolitische Sprecherin Dr. Daniela Sommer
+Gesundheitspolitische Sprecherin Dr. Daniela Sommer

Die stellvertretende Vorsitzende und gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Dr. Daniela Sommer, forderte die Landesregierung auf, das Thema der Genitalverstümmelung in die Ausbildungen der mit der Problematik konfrontierten Berufsgruppen zu integrieren. Die Beantwortung einer Kleinen Anfrage (Drucksache 19/5458) durch die Landesregierung zeige, dass dem Bereich bisher nicht genug Aufmerksamkeit gewidmet worden sei.

Sommer sagte am Donnerstag: „Es ist aus unserer Sicht nicht ausreichend, die Problematik der Genitalverstümmelung in Fortbildungen und Informationsveranstaltungen zu integrieren. Wir wollen, dass die Genitalverstümmelung von Frauen auch in den jeweiligen Ausbildungen von Jugendamtsmitarbeitern, Sozialarbeitern, Sozialpädagogen, Lehrern und Ärzten eine Rolle spielt. Nur so kann gewährleistet werden, dass man sich mit dem Thema ausreichend befasst.“

Als „unzureichend“ bezeichnete Sommer die Vorgabe, dass medizinische Maßnahmen zur Rekonstruktion nur bei Vorlage einer Asylberechtigung von den Krankenkassen übernommen würden. Da stelle sich die Frage, was mit den anderen Frauen ohne Asylberechtigung sei und welchen Beitrag die schwarz-grüne Landesregierung an dieser Stelle leiste.

Überrascht zeigte sich Sommer darüber, dass die Landesregierung offensichtlich keinen weiteren Handlungsbedarf sehe, da sie bei der Frage, welche sonstigen Angebote sie in diesem Zusammenhang für sinnvoll halte, nur auf bisherige Angebote verweise. „Für die SPD ist von Bedeutung, dass die Landesregierung ihre Verantwortung wahrnimmt und sich für Verbesserungen der in Hessen lebenden betroffenen Frauen einsetzt. Es reicht nicht aus, dass sich Schwarz-Grün mit dem Status quo zufrieden gibt und höchstens an jährlichen Aktionstagen die Stimme erhebt. Dafür ist das Thema zu wichtig“, sagte die Gesundheitsexpertin.

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