Besuch der Zweigwerkstatt von Lebenshilfe

Besuch der Zweigwerkstatt von Lebenshilfe
Besuch der Zweigwerkstatt von Lebenshilfe

Die SPD Frankenberg besuchte mit einer kleinen Delegation die Zweigwerkstatt der Lebenshilfe in Schreufa. Im Industriepark Herrenwiese begrüßten Einrichtungsleiter Martin Henke und Abteilungsleiter Stefan Müller die Gäste.

Die Zweigstelle Schreufa bietet bis zu 45 Arbeitsplätze in vier Gruppen. Die Schwerpunkte des Arbeitsangebots liegen dabei auf den Bereichen der industriellen Montage und Verpackung sowie auf Lager- und Maschinenarbeiten, Näharbeiten, hauswirtschaftlichen und kunsthandwerklichen Arbeiten. Derzeit leistet das Team beispielsweise Näharbeiten an Klinikkleidung und übernimmt Vorarbeiten für den von Thonet designten Lounge-Sessel 808. Die heimische Landtagsabgeordnete Dr. Daniela Sommer ist daher überzeugt: „Die Lebenshilfe ist so ein verlässlicher Partner für den Handel, das Handwerk und die Industrie in der Region.“

Die Angebotsstruktur ist sehr vielfältig und als rehabilitatives und arbeitspädagogisches Angebot konzipiert. Es richtet sich an Menschen mit einer psychischen Erkrankung sowie mit sozialem und emotionalem Förderbedarf. Die dort beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind derzeit nicht oder noch nicht in der Lage, eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt auszuüben.

Ziel ist, eine Teilhabe am Arbeits- und Gesellschaftsleben zu ermöglichen. Dabei steht die Rehabilitation, die eine arbeitspädagogische und psychosoziale Förderung beinhaltet, im Vordergrund.

Neben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der verschiedenen Arbeitsgruppen kamen die Gäste auch in einen Austausch mit den Fachkräften zur Arbeits- und Berufsförderung, die den Standort Schreufa betreuen. In den Gesprächen kristallisierte sich heraus, dass der Social Return on Investment (SROI) der Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) enorm ist: „Die Werkstätten wie die Lebenshilfe erzeugen sowohl sozial als auch wirtschaftlich positive Effekte“, sagte die Stadtverordnete Helga Hohn. Denn die Arbeit gebe dem Leben Sinn und Struktur, stärke das Selbstwertgefühl und erzeuge soziale Kontakte.

„Die Tätigkeit bei der Lebenshilfe verschafft den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr Teilhabe am öffentlichen Leben“, bekräftigte der Frankenberger Fraktionsvorsitzende Dr. Hendrik Sommer. Der Stadtverordnete Friedhelm Schneider ergänzte aus eigener Erfahrung, da er mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern jährlich das Sportabzeichen durchführt: „Für Menschen mit Behinderung ist die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben wichtig, denn dadurch kann die Lebensqualität der Zielgruppe verbessert werden.“

Martin Henke und Stefan Müller erläuterten, dass ökonomisch betrachtet Werkstätten und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Steuern und Sozialbeiträge abführen und somit die öffentliche Hand entlasten. „Die Lebenshilfe trägt zur wirtschaftlichen Entwicklung unserer Region bei“, sagte die heimische Landtagsabgeordnete Dr. Daniela Sommer und unterstrich, dass laut der Studie der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen (BAG WfbM) mit dem Titel „Mehr Wert als man denkt“ die Wertschöpfung höher als die Investitionen für die Werkstätten ist.

„Es ist also festzuhalten, dass die Angebote der Lebenshilfe zum einen eine Teilhabe am Arbeitsleben ermöglichen und zum anderen zur wirtschaftlichen Produktivität beitragen – ein Gewinn für die Menschen und die Gesellschaft“, so das abschließende Fazit der Besuchergruppe der Frankenberger SPD.