Altersgerechte Wohn-, Versorgungs- und Pflegestrukturen sind essentiell

AG SPD 60plus Hessen-Nord mit Dr. Daniela Sommer
AG SPD 60plus Hessen-Nord mit Dr. Daniela Sommer

Mit zwei weiteren Kleinen Anfragen (Drucksache 19/2316 und 19/2317) zu bedarfsgerechten, altersgerechten Wohn-, Versorgungs- und Pflegestrukturen hatte sich die gesundheits- und pflegepolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Dr. Daniela Sommer an die Landesregierung gewandt und um Auskunft gebeten, welcher Bedarf gesehen wird und wie diesem begegnet werden soll. „Da die Landesregierung sich wie bereits bei der ersten Anfrage im Juli (Drucksache 19/1995) einen schlanken Fuß macht, fasse ich nach“, erläutert Dr. Daniela Sommer.

Lebens- und Versorgungsformen für das Alter nehmen im Zuge des demografischen Wandels immer mehr an Bedeutung zu. Im höheren Alter werden das Wohnen und das Wohnumfeld zu den wichtigsten Dimensionen, die die Lebensqualität, die eigene Identität und Eigenständigkeit beeinflussen. Das heißt, Lebensqualität hängt in hohem Maße mit der Qualität des Wohnens und des Wohnumfeldes zusammen. Wer für altersgerechten, barrierefreien Wohnraum sorgt, beherzigt den Grundsatz „ambulant vor stationär“ und ermöglicht ein längeres Leben in der eigenen Häuslichkeit.

„Wir steuern auf eine neue Wohnungsnot zu. Nur fünf Prozent der rund 11 Millionen Haushalte leben weitgehend in barrierearmen Wohnungen. Gerade Senioren leben oftmals in überwiegend älteren Wohngebäuden, bei denen Handlungsbedarf bezüglich der energetischen, barrierefreien und generationengerechten Modernisierung besteht. Viele Seniorenhaushalte generieren nur niedrige Einkünfte, die solche Verbesserungen der Wohnsituation nicht ermöglichen“, führt Dr. Daniela Sommer weiter aus.

Sie wird angesichts dieser bevorstehenden Problematik nicht müde, die Landesregierung aufzufordern, aktiv zu werden und eine solide Planung für altersgerechten Wohnraum vorzulegen. „Solange die Landesregierung nur ungenügend Anfragen beantwortet und sich dieser Aufgabe entzieht, werde ich immer wieder Nachfragen stellen, in der Hoffnung, dass das Land Hessen schließlich dafür Sorge trägt, das Angebot an barrierearmen bzw. barrierefreien Wohnungen auszuweiten und altersgerechte Versorgungsstrukturen zu etablieren. Wer jetzt nicht handelt, vernachlässigt sträflich die Bedürfnisse der älteren Generation. Deshalb werden wir nicht locker lassen und an dem Thema bleiben“, so die gesundheits- und pflegepolitische Sprecherin der hessischen SPD.

„Wir müssen das Angebot an seniorengerechten, barrierefreien kleinen Mietwohnungen, die nahezu nicht vorhanden sind, ausbauen und neue Wohnkonzepte voranbringen. Wie das geht, zeigen uns bereits jetzt Senioren-WGs, Mehrgenerationenhäuser sowie innovative Projekte wie des Bremer Heimstifts. Dieser hat unterschiedliche Wohn- und Betreuungsmöglichkeiten an 26 Standorten im Stadtgebiet entwickelt, um in den Stadtteilzentren rund 3000 Menschen Wohnappartements und kleine Wohnungen mit mietbarem Service bis hin zu Pflege-Wohngemeinschaften und somit ein Wohnen in vertrauter Umgebung anzubieten. Solche Konzepte wünsche ich mir auch für den Landkreis Waldeck-Frankenberg, damit die Menschen hier in ihrer vertrauten Umgebung und unter Berücksichtigung ihrer individuellen Bedürfnisse alt werden können“, sagt die heimische Abgeordnete abschließend.

Hinweis

Die genannten Drucksachen stehen auf der Website von Dr. Daniela Sommer unter „Meine Initiativen in Soziales und Integration“ (siehe Rubrik „Landtag“) als Download zur Verfügung.