Mehr Frauen in die Politik

Internationaler Frauentag 2016 im Hessischen Landtag
Internationaler Frauentag 2016 im Hessischen Landtag
Dr. Daniela Sommer mit Hannelore Kraft
Dr. Daniela Sommer mit Hannelore Kraft

In Hessen gibt es viele engagierte Frauen, die in den Parlamenten der Gemeinden, in den Kreistagen oder auch in den Ortsbeiräten tätig sind. Allerdings sind sie dort nach wie vor stark unterrepräsentiert. Ihre Beteiligung entspricht längst nicht ihrem Anteil an der Bevölkerung, gibt die heimische Landtagsabgeordnete Dr. Daniela Sommer zu Bedenken.

„In den Stadt- und Gemeindeparlamenten sowie in den Kreistagen werden Entscheidungen getroffen, die häufig ganz konkrete Auswirkungen auf die Lebenssituation von Frauen haben. Dabei geht es nicht nur um die sogenannten Frauenthemen, sondern auch um Bereiche wie die Stadt- und Bauplanung oder die Infrastruktur“, sagte die Sozialpolitikerin anlässlich der Veranstaltung der hessischen SPD-Landtagsfraktion zum Internationalen Frauentag in Wiesbaden. Sie betonte und ist überzeugt davon: „Politische Entscheidungen werden bürgernäher und gerechter, wenn Frauen und Männer sie gemeinsam treffen!“

Hannelore Kraft (SPD), Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, war bei der Frauenveranstaltung zum Thema „Mehr Frauen in die Politik“ die prominente Gastrednerin und berichtete nach dem Grußwort der frauenpolitischen Sprecherin Lisa Gnadl und der Generalsekretärin Nancy Faeser von ihrem Werdegang. Sie warb in ihrer Rede dafür, mehr Frauen für Politik zu begeistern: „Frauen haben viele politische Themen und bereichern die Auseinandersetzung durch ihre Perspektive. Immer noch herrscht die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern vor, es gibt immer noch prekäre Beschäftigungen, denen Frauen oftmals ausgesetzt sind.“

Nicht zuletzt kritisierte Kraft die Tatsache, dass durch strukturelle Probleme im Politikgeschäft Frauen in bestimmten Lebens- und Familienphasen davon abgehalten werden, selbst aktiv Politik zu machen. Darüber hinaus gebe es noch den Mainstream, der übrigens ferner von den Medien gemacht werde: Männliches Machtgebaren sei stärker abgefragt als weibliche Kompetenz.

Dr. Daniela Sommer stimmte ihr zu: „Im Grundgesetz ist die Gleichberechtigung von Frau und Mann lange verankert, tatsächlich gelebt wird sie in vielen Bereichen sowohl privat als auch beruflich leider noch nicht immer.“ Nichtsdestotrotz seien Frauen noch nie so sichtbar und erfolgreich wie heute, sagte die heimische Abgeordnete, die auch dem Stadtparlament Frankenberg angehört.

Sie freut sich darüber, dass die SPD-Fraktion in Frankenberg elf Frauen für die Liste zur Kommunalwahl gewinnen konnte: „Unsere Kandidatinnen und Kandidaten sind engagierte Bürgerinnen und Bürger, die viel Sachkompetenz besitzen.“ Nicht jeder Partei der Stadt sei es gelungen, Frauen zu motivieren, sich politisch zu engagieren. Das bedauert Sommer sehr und befürchtet, dass dort noch häufig Hierarchien und alte Rollenmuster präsent sind: „Schade!“