
Zum diesjährigen Equal Pay Day am heutigen 19. März fordert die heimische Landtagsabgeordnete Dr. Daniela Sommer, das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen abzubauen. Der durchschnittliche Bruttolohn der Frauen in Deutschland liegt noch immer um 21,6 Prozent unter dem Durchschnittslohn der Männer. Das ist eines der höchsten Lohngefälle in der EU, nur in Österreich und Estland ist der Unterschied noch größer, erläutert Sommer.
Ein Teil der Lohnlücke lasse sich darauf zurückführen, dass es noch immer überwiegend die Frauen seien, die beruflich zugunsten der Familie zurückstecken: Die Einkommensstatistiken zeigen, dass das Gehaltsgefälle in dem Alter zunimmt, in dem Frauen Kinder bekommen. Sie reduzieren ihre Arbeitszeit oder steigen für eine Zeit ganz aus dem Beruf aus. Anschließend finden sie sich oft in Minijobs wieder oder haben Schwierigkeiten, eine ihrer Ausbildung entsprechende Vollzeitstelle zu finden. Zudem macht oft die Karriere einen Knick, weil Auszeiten und Teilzeit sich negativ auf Beförderungschancen auswirken, so die SPD-Abgeordnete.
Als pflege- und gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion verweist Dr. Daniela Sommer auch auf längere Erwerbsunterbrechungen für die Pflege von Angehörigen hin und fordert diesbezüglich bessere rentenrechtliche Anerkennung von Pflegezeiten: Die Pflegezeit muss in der Rentenversicherung wesentlich höher bewertet werden.
Außerdem seien die Löhne in Berufen, in denen überwiegend Frauen arbeiten, tendenziell niedriger als in männerdominierten Branchen. Frauen arbeiten zu rund 62 Prozent und somit zu einem großen Anteil im Niedriglohnbereich. In unserer Gesellschaft werden die besser bezahlt, die Autos reparieren, als die, die kranke und ältere Personen pflegen, sagt die SPD-Politikerin.
Auch wenn sich ein Teil des Gehaltsgefälles durch geschlechterspezifische Teilzeitquoten, unterschiedliche Berufswahl und andere Faktoren erklären lasse, heiße dies nicht, dass diese Unterschiede als gegeben hinzunehmen seien oder gar allein in der Verantwortung der betroffenen Frauen liegen würden. Darin spiegeln sich gesellschaftliche Verhältnisse wider, die dafür sorgen, dass Frauen systematisch schlechtere Einkommens- und Karriereperspektiven mit entsprechenden Auswirkungen haben – bis hin zur Rentenhöhe. Dafür spricht auch, dass die geschlechterbezogene Gehaltslücke in anderen Ländern wesentlich niedriger ist, so Dr. Daniela Sommer, die ebenfalls Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) des Landkreises Waldeck-Frankenberg ist.
Selbst wenn die genannten Faktoren wie die unterschiedlichen Teilzeitquoten, ungleiche Besetzung der Führungspositionen und branchenspezifische Gehaltsunterschiede herausgerechnet werden würden, verbleibe eine Lohnlücke von sieben Prozent. Hier geht es dann nur noch um Lohndiskriminierung der Frauen rein ihres Geschlechtes wegen, kritisierte die Landtagsabgeordnete.
Sommer begrüßt daher ausdrücklich die Vorschläge des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für ein Gesetz für mehr Lohntransparenz. Unter dem Motto Gleicher Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit hatte Ministerin Manuela Schwesig (SPD) bereits Ende letzten Jahres einen Entwurf vorgelegt, in dem unter anderem ein Auskunftsrecht über die Lohngefälle im eigenen Unternehmen verankert werden soll.
Ich hoffe, dass die CDU im Bund ihren Widerstand gegen die Lohntransparenz bald aufgibt. Aber es muss auch klar sein: Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen hat vielfältige Ursachen, also brauchen wir auch verschiedene Maßnahmen, um diese Lücke zu schließen, ist sich Dr. Daniela Sommer sicher.
Sie weist darauf hin, dass sich der große Gehaltsunterschied auch auf die Altersversorgung auswirke. Angesichts der zunehmenden Altersarmut müssen Frauen für ihre Arbeit endlich besser bezahlt werden, da niedrige Löhne auch niedrige Renten bedeuten. Frauen dürfen nicht länger schlechter bezahlt werden als Männer, fordert die Landtagsabgeordnete abschließend.