Ausbildungsgarantie gefordert

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Dr. Daniela Sommer

Die SPD-Fraktion im Hessischen Landtag fordert wiederholt die Einführung einer Ausbildungsgarantie und somit die Stärkung des Erfolgsmodells der dualen Ausbildung. „Das bisherige System der Warteschleifen muss durchbrochen werden“, konstatiert die heimische SPD-Abgeordnete Dr. Daniela Sommer. Junge Menschen würden viel zu oft eine Qualifizierungsmaßnahme nach der anderen absolvieren, ohne dass sich ihnen dadurch eine dauerhafte berufliche Perspektive eröffne. Hessen habe diesbezüglich gegenüber anderen Bundesländern deutlichen Nachholbedarf.

So wie in den vergangenen Jahren sind viele junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren in Hessen arbeitslos gemeldet. Jährlich beginnen rund 17.000 Jugendliche in Hessen nach der Schule weder eine Ausbildung noch ein Studium, sondern finden sich in so genannten Übergangssystemen wieder. Der SPD geht es um eine grundsätzliche Änderung des bisherigen unüberschaubaren Übergangssystems, das aus einer Vielzahl zu unspezifischer Maßnahmen bestehe, die zu spät ansetzen und somit ohne Erfolg bleiben würden.

Sommer erläutert, dass die SPD daher bereits 2013 eine verbindliche Ausbildungsgarantie für alle Personen unter 35 Jahren gefordert und ein entsprechendes Eckpunktepapier ausgearbeitet habe. Kern sei, ein auf mindestens zehn Jahre angelegtes Programm zusammen mit den Sozialpartnern aufzulegen, das jeder Person einen Anspruch auf berufliche Qualifikation eröffne. Diese stelle den Garant für gesellschaftliche Teilhabe dar.

„Die Rahmenbedingungen müssen so gestaltet werden, dass jeder junge Mensch eine dauerhafte berufliche Perspektive hat. Individuell abgestimmte Qualifizierungspläne stellen dabei ein zentrales Instrument dar“, führt Dr. Daniela Sommer aus. Dies sei jedoch erst dann möglich, wenn die entscheidenden Akteurinnen und Akteure vor Ort eng zusammenarbeiten würden.

Die heimische Abgeordnete hebt in diesem Zusammenhang die Tätigkeit des Arbeitskreises „Schule-Wirtschaft“ im Landkreis Waldeck-Frankenberg hervor, der ein Bindeglied zwischen Schule und Ausbildungsbetrieben sei. Dieser setze sich vor allem eine Verbesserung in der Beratung und Vorbereitung auf das Berufsleben von Schülerinnen und Schülern zum Ziel. Die Schulen und Unternehmen bieten den Schülerinnen und Schülern gute Angebote der Berufsorientierung: „Die Schulen vor Ort schaffen es, alle Akteurinnen und Akteure einzubinden: Unternehmen aus der Region, Eltern und Schülerschaft. Die Berufsbildungsbüros werden gut genutzt und mit vielen Aktionen wird hier für das Handwerk und die duale Ausbildung geworben. Das ist vorbildlich! Auch die Tage der Ausbildung sind ein Gewinn für die Region. Herzlichen Dank an die Kreishandwerkerschaft und alle Akteurinnen und Akteure, die dies möglich machen!“

„Die Gestaltung des Übergangs zwischen Schule und Berufseinstieg, die mit einer engen Kooperation der beteiligten Systeme verbunden ist, ist für eine optimale Förderung junger Menschen entscheidend. Leider ist an diesem Punkt noch viel zu tun: Bisher ist es dem Engagement einzelner Personen und Arbeitskreise, wie den Mitgliedern des heimischen Arbeitskreises „Schule-Wirtschaft“, zu verdanken, dass Schülerinnen und Schüler vor Ort in ihrer Berufsorientierung unterstützt werden“, resümiert Sommer.

„Jetzt ist die Landesregierung am Zuge und dringend dazu aufgefordert, die Rahmenbedingungen zu ändern und Defizite in der beruflichen Bildung – auch in finanzieller Hinsicht – zu beseitigen. Aufbauend auf den aktuellen Berufsausbildungsbericht, der alle erforderlichen Bedarfe und Problematiken zusammenfasst, kann die Landesregierung handeln und endlich mehr Verantwortung in diesem Bereich übernehmen!“