Sommer begrüßt bundeseinheitlichen Medikationsplan

Dr. Daniela Sommer_Plenarsaal
Dr. Daniela Sommer

Das Bundesgesundheitsministerium legte dem Kabinett den Aktionsplan Arzneimitteltherapiesicherheit vor, der zur Förderung eines sichereren Umganges mit Medikamenten insgesamt 42 Maßnahmen für die Jahre 2016 bis 2019 umfasst.

Patientinnen und Patienten, die gleichzeitig mindestens drei verordnete Medikamente einnehmen beziehungsweise anwenden, sollen ab 1. Oktober 2016 von ihrer Ärztin bzw. ihrem Arzt einen für sie verständlichen Medikationsplan erhalten. Ziel ist es, die Patientinnen und Patienten bei der richtigen Einnahme ihrer Medikamente zu unterstützen.

Dr. Daniela Sommer, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, kommentiert den vorgelegten Aktionsplan, dass bei der Einnahme mehrerer Medikamente Patientinnen und Patienten einen Anspruch auf einen Medikationsplan haben, wie folgt: „Manche Patientinnen und Patienten erhalten bis zu zehn verschiedene Arzneimittel am Tag. Die möglichen Wechselwirkungen sind für Ärztinnen und Ärzte schwer zu überblicken. Doch für Betroffene können sie lebensbedrohlich sein. Dass Patientinnen und Patienten, die mehrere unterschiedliche Medikamente am Tag einnehmen müssen, einen Medikationsplan führen sollten, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Dennoch zeigen Untersuchungen, dass nur etwa 25 Prozent aller Betroffenen einen Medikationsplan haben – zumeist mit veralteten oder unvollständigen Informationen zur Arzneimitteltherapie. Mit den Medikationsplänen können zum einen schädliche Wechselwirkungen vermieden werden, zum anderen im Notfall Informationen zu Arzneimitteln schneller und verlässlich verfügbar sein. Das kann Leben retten.“

Dr. Daniela Sommer weist aber auch darauf hin, dass die Kassenärztliche Bundesvereinigung einen solchen Plan erst ab fünf Medikamenten medizinisch sinnvoll hält. Der Nutzen für die Mehrheit der Patientinnen und Patienten sei bei Einnahme unter fünf Medikamenten aus medizinischer Sicht fraglich, der bürokratische Aufwand für das Fachpersonal hingegen enorm.

Sommer sagt: „Die Einführung des Medikationsplanes ist eine sehr gute Sache, er darf aber nicht durch eine bürokratische Überlastung wieder zunichte gemacht werden.“ Deshalb sei die technische Umsetzung sowie die praxisrelevante Erstellung und Aktualisierung des Medikationsplans in der Praxissoftware essentiell.