Parlamentarisches Frühstück von InterSystems

Fachtag Pflege 2015 in Frankfurt mit Dr. Daniela Sommer
Archivbild: Fachtag Pflege 2015 in Frankfurt mit Dr. Daniela Sommer
d sommer

Dr. Daniela Sommer, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, nahm am parlamentarischen Frühstück von InterSystems teil. Auch das Gesundheitssystem wird digitaler. Sommer beschäftigt sich verstärkt mit der Digitalisierung und ist sich sicher, dass InterSytems Synergieeffekte nutzen kann. Kürzlich ist dazu ihr Bericht in einer Gesundheitszeitschrift erschienen:

„E-Health spielt im Gesundheitswesen eine immer größere Rolle. Das E-Health-Gesetz beschreibt die Digitalisierung des Gesundheitswesens und will eine bundesweite einheitliche Telematik-Infrastruktur nachhaltig auf- und ausbauen und die elektronische Gesundheitskarte umsetzen, damit Patientendaten künftig schneller und sicher ausgetauscht werden können. Das Gesetz enthält Vorgaben, Fristen und Anreize für Ärzte sowie Sanktionen, um die Umsetzung zu beschleunigen.

Das E-Health-Gesetz soll die Patientensouveränität steigern. Mit der elektronischen Gesundheitskarte sollen Medikationspläne zur Vermeidung schädlicher Wechselwirkungen oder Notfalldaten schneller und verlässlich verfügbar sein. Wenn es zum Beispiel nach einem Unfall schnell gehen muss, können Notfalldaten von der Gesundheitskarte zielgenau abgerufen werden, so dass der Arzt sofort, ohne dass wertvolle Zeit vergeht, über alle wichtigen Daten verfügt: Das kann Leben retten!

Die elektronische Gesundheitskarte, telemedizinische Anwendungen sowie die Telematik-Infrastruktur bzw. Kommunikationstechnologien heben das Potenzial, eine hochwertige flächendeckende und patientennahe Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Das E-Health-Gesetz zielt dabei auf den sicheren Transfer von Gesundheitsdaten ab. Deshalb sind die sichere sektorenübergreifende digitale Kommunikation zwischen den Akteuren des Gesundheitssystems und die IT-Sicherheit von großer Bedeutung, um ein Höchstmaß an Datenschutz und Datensicherheit der sensiblen Patientendaten zu garantieren.

Bis Mitte 2018 sollen Arztpraxen und Krankenhäuser flächendeckend an die Telematik-Infrastruktur angeschlossen sein. Pflege und andere Gesundheitsberufe, ob ambulant oder stationär, müssen ebenfalls Eingang in diese Infrastruktur finden, um die gewünschte flächendeckende und sektorenübergreifende Versorgung zu ermöglichen. Hier besteht vor allem für ländliche, versorgungsschwache Räume, angesichts der demografischen Entwicklung und unterversorgten Gebiete, eine Chance. Immer mehr ältere Menschen stehen immer weniger Ärzten gegenüber. Digitale Technologien können hier zu wohnortnahen, innovativen Lösungen beitragen.

Im Gesundheitswesen der Zukunft werden aber weiterhin der Arzt und die Pflegekraft im Mittelpunkt stehen. Telemonitoring-Verfahren können im fachärztlichen Austausch nützlich sein. Den wichtigen Arzt-Patienten-Kontakt können die digitalen Möglichkeiten aber nicht vollständig ersetzen. Digitale Kommunikationsformate wie z.B. eine Online-Sprechstunde können das Arzt-Patienten-Verhältnis dennoch sinnvoll ergänzen.

Insgesamt bietet E-Health erhebliche Chancen und Nutzen sowohl im Hinblick auf die Verbesserung der Gesundheitsversorgung, der Prävention, der Diagnose und von Therapien, da räumliche Hürden überwunden werden können, und vereinfacht Geschäftsprozesse in gesundheitlichen Einrichtungen. Die Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte müssen sich dabei insbesondere an den Versorgungszielen ausrichten, damit alle Patientinnen und Patienten einen Mehrwert davon haben und tatsächlich profitieren.

Die SPD im Hessischen Landtag begrüßt das E-Health-Gesetz. Mit der elektronischen Gesundheitskarte erhalten die Patientinnen und Patienten die Hoheit über ihre Daten und können eigenverantwortlich mit diesen umgehen. Andererseits bietet die elektronische Gesundheitskarte so einen schnellen, verlässlichen und zielgerichteten Zugang, um Notfalldaten abzurufen und Arzneimittelnebenwirkungen zu vermeiden. Dies bietet mehr Transparenz und Sicherheit bei der Therapie und der gesundheitlichen Versorgung.

Ziel muss sein, eine solche nationale E-Health-Strategie mit ihren Teilaspekten qualitativ hochwertig umzusetzen sowie praxisnah und patientenorientiert weiterzuentwickeln, damit zum einen die Belange der Patientinnen und Patienten optimal berücksichtigt werden, zum anderen alle Leistungserbringer im Gesundheitswesen durch die Digitalisierung im Sinne der Sicherheit und besten Versorgung der Versicherten profitieren.

In diesem Zusammenhang ist die Versorgung mit leistungsfähigem Breitband ein herausgehobenes Ziel, denn es bestimmt die wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten – so auch im Gesundheitswesen. Eine leistungsfähige Breitbandversorgung birgt die Chance, Nachteile, die sich aus größeren räumlichen Distanzen, vor allem in ländlichen Räumen, ergeben, zum Teil zu kompensieren. Breitbandbasierte Services, beispielsweise E-Learning, E-Health, E-Government oder Kommunikation im Internet, können entlastend wirken. Die Sicherstellung einer leistungsfähigen Breitbandversorgung ist somit Voraussetzung, damit die Anwendungen und der Mehrwert, die das E-Health-Gesetz forciert, entsprechend realisiert werden können.

Die Sicherstellung einer leistungsfähigen Breitbandversorgung in Hessen ist ein wichtiges sozialdemokratisches Ziel. Die Breitbandversorgung ist für uns Teil der kommunalen Daseinsvorsorge und hinsichtlich des E-Health-Gesetzes Teil der Gesundheitsvorsorge, die nicht vernachlässigt werden darf. Nur wenn die Breitbandversorgung weiterentwickelt und ausgebaut wird, signifikante Abdeckungslücken behoben werden, kann auch die Digitalisierung des Gesundheitssystems flächendeckend erfolgen.“