Investitionen in altersgerechtes Wohnen zahlen sich aus

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Dr. Daniela Sommer

Bis 2030 benötigt Deutschland drei Millionen altersgerechte Wohnungen mehr. Seit knapp zwei Jahren gibt es das Zuschussprogramm „Altersgerecht Umbauen“. Doch der Fördertopf für 2016 ist bereits seit Mitte Juli leer.

„Der Investitionszuschuss der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) war ein richtiger Schritt und eine gute Unterstützung, damit Wohnungen altersgerecht umgebaut und Barrieren überwunden werden konnten. Es braucht jedoch eine Neuauflage des Investitionszuschusses, um auch weiterhin Menschen eine Hilfe zur altersgerechten Sanierung zu gestatten“, fordert Dr. Daniela Sommer, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD im Hessischen Landtag.

Sommer hofft, dass ab 2017 mit einer Neuauflage des Investitionszuschusses zu rechnen ist und somit wieder Geld bereitgestellt wird: „Dieses erfolgreiche Zuschussprogramm, das den Bürgerinnen und Bürgern verhilft, im Eigenheim Barrieren abzubauen, muss gut ausgestattet und verstetigt werden.“

Im Alter möchten die Menschen zumeist in ihrer gewohnten Umgebung verbleiben, im höheren Alter werden das Wohnen und das Wohnumfeld zu den wichtigsten Dimensionen, welche die Lebensqualität maßgeblich beeinflussen können. „Wir steuern auf eine neue Wohnungsnot zu. Nur fünf Prozent der rund elf Millionen Haushalte leben weitgehend in barrierearmen Wohnungen. Gerade Seniorinnen und Senioren sind überwiegend in älteren Wohngebäuden heimisch, bei denen Handlungsbedarf bezüglich der energetischen und barrierearmen, generationengerechten Modernisierung besteht. Viele Seniorenhaushalte generieren nur niedrige Einkünfte, die solche Verbesserungen der Wohnsituation nicht ermöglichen. Investitionen in das altersgerechte Wohnen zahlen sich jedoch aus“, sagt Dr. Daniela Sommer, auch gesundheits- und pflegepolitische Sprecherin der SPD im Hessischen Landtag.

Belegt wird dies in einer Studie, die das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) veranlasste: Wenn frühzeitig Barrieren reduziert werden, also in die Barrierearmut von Wohnungen investiert wird, wäre bei mindestens 15 Prozent der pflegebedürftig werdenden Personen der Verbleib im Eigenheim möglich, so dass Heimaufenthalte verhindert oder aufgeschoben werden könnten. Die Sozial- und Pflegekassen könnten dadurch bis zu drei Milliarden Euro jährlich einsparen.

Sommer appelliert erneut an die Landesregierung, aktiv zu werden und eine solide Planung für altersgerechten Wohnraum vorzulegen. „Wer jetzt nicht handelt, vernachlässigt sträflich die Bedürfnisse der älteren Generation. Wir müssen neben dem Barriereabbau in Eigenheimen das Angebot an seniorengerechten, barrierefreien Mietwohnungen, die nahezu nicht vorhanden sind, ausbauen und neue Wohnkonzepte voranbringen. Wie das geht, zeigen uns bereits jetzt Senioren-WGs, Mehrgenerationenhäuser und innovative Projekte wie das Seniorenwohnen, in dem unterschiedlichen Wohn- und Betreuungsmöglichkeiten mit hinzu mietbarem Service bis hin zu Pflege integriert werden können. Für solche Maßnahmen setze ich mich ein, denn sie werden einem selbstbestimmten Leben im Alter gerecht“, hält die Sozialpolitikerin fest.