Frankenberg ist Vorbild in Familienfreundlichkeit

Frankenberg
Frankenberg, ehemalige Modellstadt im Projekt „Familienstadt mit Zukunft“

Dr. Daniela Sommer, heimische Landtagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, stellte eine parlamentarische Initiative mit ihrer Kollegin Lisa Gnadl und ihrem Kollegen Gerhard Merz zum Modellprojekt „Familienstadt mit Zukunft“, das bis Ende 2015 neben Büdingen auch in Frankenberg umgesetzt wurde (Drucksache 19/4128). Sommer selbst schrieb im Auftrag der Stadt Frankenberg das Konzept und fungierte nach erfolgreicher Bewerbung bis 2010 als Projektkoordinatorin und Leiterin des Familienbüros.

„Frankenberg ist Vorbild in der Schaffung und Stärkung familienfreundlicher Rahmenbedingungen. Darauf können wir stolz sein! Die familienorientierten Angebote sowie das gemeinsame Vorgehen der Akteurinnen und Akteure vor Ort stellten sich dabei als Erfolgsfaktoren heraus und wurden in weiteren Förderprogrammen des Landes einbezogen. Leider nennt die Landesregierung keine konkreten Maßnahmen, wie andere hessische Kommunen von den Erfahrungen des Modellprojekts profitieren können. Das ist bedauerlich!“

Das Land Hessen stellte über die Projektlaufzeit von zehn Jahren für die beiden Modellstädte insgesamt 10 Millionen Euro inklusive einer wissenschaftlichen Begleitung zur Verfügung. In Frankenberg sei durch Netzwerkprojekte, gezielte Öffentlichkeitsarbeit sowie unterstützende Marketingmaßnahmen und Aktionen ein familienfreundliches Klima erzeugt worden. Zudem könne ein Anstieg der Geburtenrate beobachtet werden. Vielfältige Angebote seien verankern worden. „Prominentes Beispiel dafür ist die Etablierung der Einkaufskinderbetreuung, die ab 1. Januar 2016 von ihrer ehemaligen Mitarbeiterin als selbständiges Unternehmen weitergeführt wird. Auch die Ernährungs- und Bewegungsangebote in den Kindertagesstätten sowie die Stadtteil- und Jugendarbeit konnten verstetigt werden. Insgesamt können daher sowohl die Eltern- und Familiennetzwerke als auch eine familienfreundliche Infrastruktur in Frankenberg gefestigt werden.“

Sozialminister Grüttner (CDU) spricht sich in der Beantwortung der parlamentarischen Anfrage für einen konsequenten Blick auf die Familienorientierung in Hessen aus und kündigt die Einberufung einer Kommission „Hessen hat Familiensinn“ mit Vertreterinnen und Vertretern aus dem Parlament, der Regierung, Wirtschaft, Verwaltung, den Kirchen und Religionsgemeinschaften, Verbänden, Medien sowie privaten Initiativen an.

„Im Rahmen dessen sollen praktisch anwendbare Handlungsempfehlungen für mehr Familienfreundlichkeit ausgearbeitet werden. Ich bin gespannt, ob das erklärte Ziel, die Kinder- und Familienfreundlichkeit in Hessen weiter voranzubringen, tatsächlich umgesetzt werden kann oder ob es nicht weiterer Maßnahmen bedarf. Denn über die Aussage hinaus, dass die Ergebnisse des Modellprojekts Familienstadt mit Zukunft als Best Practice für hessische Kommunen genutzt werden können, nennt der Sozialminister gar nichts. Dabei sind viele Ideen und Handlungsempfehlungen entstanden und könnten bereits jetzt genutzt werden. In diesem Kontext stelle ich mir unter Nachhaltigkeit etwas anderes vor. Ich hätte mir einen Ansatz gewünscht, der sowohl eine Verstetigung der Projekte als auch eine Strategie zur Übertragung auf weitere hessische Städte und Gemeinden besser Rechnung getragen hätte. Das wäre für die Familienstädte Frankenberg und Büdingen, aber auch für alle anderen Kommunen sinnvoll gewesen!“, sagt Dr. Daniela Sommer abschließend.