Warnstreiks in Hessen bestätigen Personalknappheit in der Pflege

Pflegepolitische Sprecherin Dr. Daniela Sommer
Dr. Daniela Sommer

Die stellvertretende Vorsitzende sowie gesundheits- und pflegepolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Dr. Daniela Sommer, sagt heute in Wiesbaden anlässlich der jüngsten Warnstreiks am Klinikum Frankfurt Höchst und Universitätsklinikum Gießen/Marburg sowie der aktuellen Meldung der Deutschen Stiftung Patientenschutz, die einen verstärkten Anstieg der Arbeitsbelastung für Pflegekräfte in Krankenhäusern beklagt, folgendes:

„Die Pflege steht vor komplexen Anforderungen. Steigende Fallzahlen und ältere Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Pflegebedarf sind nur zwei Aspekte der gestiegenen Anforderungen. Im Zuge der Personalknappheit ist das Einspringen alltäglich, Überstunden sammeln sich an und eine verlässliche Planung der Freizeit ist kaum möglich. Das zerrt nicht nur am Körper, sondern auch an der Psyche. Knapp ein Drittel der in der Pflege Tätigen fühlt sich (emotional) erschöpft und befindet sich an der Schwelle zum Burnout.“

Das Statistische Bundesamt führt an, dass es im Jahr 2016 in Deutschland lediglich noch rund 325.000 in der Pflege Tätige gegeben habe, was im Vergleich zum Jahr 1991 einen Rückgang um ca. 1000 Personen entspreche. Gleichzeitig sei jedoch die Zahl der Patientinnen und Patienten in Kliniken von 14,6 auf 19,5 Millionen im Jahr gestiegen. Mancherorts habe sich die Arbeitsbelastung für Pflegekräfte in Krankenhäusern fast verdoppelt. Sommer kritisiert, ohne zusätzliches Geld gebe es weder mehr Personal noch eine bessere Bezahlung, und erinnert an die von der SPD eingebrachten Gesetzesentwürfe: „Die Diskussion um die Rahmenbedingungen in der Pflege und schließlich um den Fachkräftebedarf drehen sich im Kreis. Wir werden als SPD-Landtagsfraktion nicht müde, uns weiterhin für Personalmindeststandards und bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen, um so die Belastungen im Pflegealltag zu reduzieren und letztlich Patientensicherheit zu gewährleisten.“

Zudem verweist die Deutsche Stiftung Patientenschutz darauf, dass sich die Zahl der Ärztinnen und Ärzte in den 25 Jahren um 66 Prozent auf mehr als 158.000 erhöht habe. Die Schere zwischen der Ärzteschaft und Pflegekräften werde somit größer. „Pflegekräfte leisten täglich wertvolle Arbeit für pflegebedürftige Menschen, wofür sie Zeit brauchen. Aber auch personelle Ressourcen, um den Ansprüchen einer qualitativen Pflege gerecht zu werden. Die Arbeitsbedingungen müssen verbessert werden, um in der Pflege Tätige zu stärken und zu unterstützen“, fordert Sommer. Es brauche Gesetze, die Pflegefachkräfte vor dauerhafter Überlastung, Unfällen und Berufskrankheiten schützen würden, so fordere es auch die Praxis.